Montag, 8. Januar 2007

1. Kapitel

Eine autobiografische Erzählweise interkultureller Kampf- und Trinkkunst eines Bären.
4. April.
Arno sitzt am Frühstückstisch. Aber was tut er?
Er verzehrt ein Stück der Frühe. Er stückt immer sehr früh. Was für ein zeitloser Zeitgenosse. Aber Zeit ist sowieso relativ. Genau wie Schönheit.
Deshalb lässt Arno alle Uhren rückwärts laufen. Damit er ja nicht im Einklang mit dem Lauf der Dinge steht.
Er ist gern ungarische Salami. Arnosticus stolziert zum, in die lehmige Wand seines Erdlochs eingelassenen Kühlschrank denn ihm düngt, es sei noch ein Salami- Brickett in jenem. Doch die gesuchte Wurst mit S waagerecht war verschollen.
Somit konnte Arno sein Leibgericht, Salami mit Pappmasché und spreewälder Gürkchen zu seinem Nachteil leider nicht speisen.
Arno hat so einige Vorlieben mit denen sich seine Mitbären nicht abfinden konnten.
Der Knatterbär lies es sich oft nicht nehmen, nach der Arbeit bei der Tankstelle angeln zu gehen. In einer Kläranlage.
Da unser Bär schlechte Augen hatte und ihn der Kläranlagenwart nie darauf hinwies, dass mit doppel- s das mit einem s Angeln in der städtischen Kläranlage nicht gestattet ist, hielt ihn somit nichts auf, seiner Gewohnheit nachzugehn.
Nach dieser meist stundenlangen sektenähnlichen Prozedur besprang er mit Schwung sein Mobil und kreiste nach Hause in sein Erdloch. Sack-Gasse 3. .... So ein Sack.
Bären sind ja für gewöhnlich sehr ruhige Zeitgenossen. Arni, wie ihn seine Freunde nannten, genoss die ruhige Zeit ganz nach dem "Tiere, Bären, Kackvögel"- Naturführer, den er kurz zuvor auf einem jährlichen Jahrmarkt erworben hatte.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

der drummer meldet sich mal, kranker scheiß würde ich sagen...sozialkritisch, modern, es gefällt durchaus...bin gespannt auf kapitel 2...

gruß der freak aus liegau

Anonym hat gesagt…

stark ich darf den 2. Kommentar schreiben - juhu

also fette sache, vorallem die "ungarische Salami" - was er damit wohl meint???

freu mich auch auf das 2. Kapitel und die folgenden

mfg ein normaler Mensch aus Langebrück

Anonym hat gesagt…

Wilson liest man nicht einfach nebenbei. Er fordert den ganzen Leser. Wilson kitzelt das Vorstellungsvermögen nicht durch wohl temperierte Wortschöpfungen, herzerweichende Harmonien oder milde Metaphern. Nein, seine Bären sind sperrig, kantig und anstößig. Sie rütteln am Bewusstsein und an der Wahrnehmung. grandios

der flux von den feld*jungs