Mittwoch, 24. Januar 2007

9. Kapitel

Sein Gefährt scheut. Es, das Gefährt, scheut wie ein Scheutentor. Fast himmelhoch jauchzt es der Springe entgegen, um im Abgrund des knietiefen Morasts zu rasten. Daher der Name Morast. Morast, triefend, nass, braun… Wie so vieles hat auch der volksmündliche Sumpf seine Vorteile. Man kann ihn spielend leicht einpacken und bei gegebenen Anlässen, wie zum Beispiel Familienfeiern, Beerdigungen, oder auf diamanten Hochzeiten wieder auspacken und vorführen.
Dies hatte Arno mit dem Morast inmitten eines Dickichts, namentlich erwähnt als "Taiga", nicht vor. Um genau zu sein wollte er nur eines. Raus aus dem Morast.
Arno ist im Moment nur auf der Flucht. Er kommt nicht zur Ruhe. Und nun hat er sich zu allem Überfluss auch noch verfahren. Wie sollte er nun verfahren?
Arno verfährt nach dem Prinzip der Prinziplosigkeit. Prinziplosigkeit ist eine Etikette der Einfalt. Lord Einfalt fällt also nichts ein. So bespringt er seinen Motorbock und reist weiter Richtung Süden.
Er lässt den Suez-Kanal links liegen. Einpacken und anschließend vorführen kann er ihn ja nicht. Weiter vorbei an den verschiedensten Kapitolen der verschiedensten Fahnenträgern reißt er hie und da mal ein Emu, um sich kurz darauf zu übergeben und sein eigenes Erbrochenes bei seiner Heimkehr einzufrieren und als fossiles, schollenähnliches Meeresgetier an den Mann zu bringen. Er besucht auch aus diesem Grund einige orientalische Orientmärkte, um die Konkurrenz "abzuchanceln" und seine Brechkünste auf den neusten Stand zu bringen, in Bezug auf Farbe, Form und Vielfältigkeit.

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